Montag, 11. Januar 2010 20:52
Und schon haben wir wieder ein neues Jahr angebrochen. Diesmal 2010. Herzlich willkommen, häppi njuh Jieah.
Kurzzusammenfassung der letzten Wochen: Der Einführungskurs “Gewaltfreie Kommunikation” vom 18.-20.12.2009 war klasse. Wir waren nur 5 Teilnehmer, aber wir hatten untereinander den Eindruck, als würden wir uns schon sehr lange kennen. Viele persönliche Themen haben wir angesprochen in den vier Schritten “Beobachten, ohne zu bewerten”, “Gefühle, die bei der Beobachtung entstehen”, “Bedürfnisse, die durch die Beobachtung erfüllt oder nicht erfüllt werden” sowie “konkrete Bitte aussprechen, um zur Erfüllung der nicht erfüllten Bedürfnisse beizutragen”. Das war ganz schön intensiv, und ich merkte schon nach einem relativ einfachen Thema, dass die Theorie ziemlich einfach und einleuchtend ist, aber die Praxis… nun ja.
Nun habe ich mich dazu entschlossen, ab Januar 2o1o die einjährige Trainerausbildung “Gewaltfreie Kommunikation” zu durchlaufen. Das Thema ist so wichtig für mich, dass ich der Ansicht war, dass ein einfacher Einführungskurs mir nicht ausreichen würde. Ich bin gespannt, wie’s laufen wird. Im Moment jedenfalls habe ich viel Rennerei wegen der Beantragung von Bildungsurlaub. Ich hätte nicht gedacht, dass das so kompliziert werden würde, obwohl es doch eine ganz einfache Sache ist. 5 Tage pro Jahr hat ein Arbeitnehmer Anspruch auf Bildungsurlaub, der Anspruch aus 2 Jahren (in meinem Fall 2009 und 2010) kann zusammengelegt werden.
6 Wochen ist der Antrag her, und bewilligt ist er immer noch nicht, seufz. Neuester Hinweis: Mir kann nur Bildungsurlaub für Tage gewährt werden, an denen mindestens 6 Unterrichtsstunden angesetzt sind. Der Anreisetag (Donnerstag) hat jedoch nur 4,5 Unterrichtsstunden. Somit bange ich nun darum, dass ich diesen nicht als Bildungsurlaub nehmen kann. Allerdings habe ich im Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz (AWbG) nichts gefunden, dass tatsächlich mindestens 6 Stunden Unterricht pro Tag erfolgen müssen. Auch sonst nirgends. Hm.
Irgendwie wünsche ich mir, dass die Dinge, die ich anpacke, sich wieder einfacher und unkomplizierter gestalten. Das wäre schön.
Noch etwas. Zum 04.01.2010 bin ich in die Reha-Abteilung gewechselt. Ich dachte, ich sei Wissens-sattelfest. Aber ich merke, dass da so viele neue Sachen auf mich zukommen, die mir doch ein wenig den Schweiß auf die Stirn treiben. Hoffentlich stehe ich das durch. Andererseits: Bisher habe ich alles, was ich schaffen wollte, auch hinbekommen. Und ich WILL die neue Aufgabe hinbekommen. Tschakka.
Was das Private betrifft: Ich bin gerade dabei, meine Kontakte als Freundschaften oder als “Parkuhrbekanntschaften” zu enttarnen. Parkuhrbekanntschaften im Sinne von “für andere regelmäßig zuhörend da sein, ohne dass sie mir zuhören oder wissen wollen, wie es bei mir selber ausschaut”. Sprich: Ich mache gerade erste vorsichtige Schritte in die Richtung, dass ich anspreche, was mich an Freundschaften stört, und beobachte die Reaktionen. Ich bin viel zu lange “nett” gewesen und habe ein offenes Ohr für andere gehabt, ohne darauf zu achten, wann ich selber genug vom Zuhören hatte und eigentlich selber jemanden gebraucht hätte, der auch mal MIR zuhört. Das geht so nicht mehr.
Ich habe Angst davor, so nach und nach meine Freundesliste durchzugehen und all das anzusprechen, was mich stört. Weil ich befürchte, dass nicht viele Leute übrig bleiben werden, die mir weiterhin als Freunde folgen möchten. Schau’n mer mal.
Ach so, by the way: Schrieb ich eingangs “Kurzzusammenfassung”?? Ahem. Hüstel.